Wie hängt unser Alltag mit Politik zusammen?
Welche Möglichkeiten haben wir, uns einzubringen?
Und wo liegen die Grenzen politischer Beteiligung?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstages der gemeinsamen dreiteiligen Veranstaltungsreihe der Projekte W-STAR und EMV-LII. Unter dem Titel „Wege zur Stimme und zur Teilhabe“ setzten sich die Teilnehmenden in zwei Workshops intensiv mit politischen Themen, Gesetzen und Möglichkeiten der Mitwirkung auseinander.
Was hat mein Leben mit Politik zu tun?
Der Tag begann mit einem interaktiven Workshop, in dem die Teilnehmenden ihre eigenen Themen und Anliegen in den Mittelpunkt stellten. Gemeinsam wurde diskutiert:
- Welche Themen beschäftigen uns im Alltag?
- Wie hängen diese Themen mit politischen Entscheidungen und Gesetzen zusammen?
- Welchen Einfluss haben politische Rahmenbedingungen konkret auf unser Leben?
Im offenen Austausch wurde deutlich, dass politische Entscheidungen viele Lebensbereiche prägen – von Bildung und Arbeit bis hin zu gesellschaftlicher Teilhabe. Gleichzeitig formulierten die Teilnehmenden eigene Ideen und Wünsche, was sich verändern müsste, um ihre Lebensrealitäten zu verbessern.
Der Workshop stärkte das Bewusstsein dafür, dass Politik nicht abstrakt ist, sondern eng mit persönlichen Erfahrungen verbunden ist – und dass Beteiligung auf unterschiedliche Weise möglich ist.
Das Partizipations- und Migrationsgesetz (PartMigG): Möglichkeiten und Grenzen politischer Beteiligung
Im zweiten Workshop wurde das Berliner Partizipations- und Migrationsgesetz (PartMigG) vorgestellt. Die Teilnehmenden lernten zentrale Inhalte und Ziele des Gesetzes kennen und setzten sich gemeinsam mit wichtigen Regelungen auseinander.
In Gruppenarbeiten wurde diskutiert, welche Möglichkeiten das Gesetz bietet, sich politisch zu engagieren und gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten – insbesondere über die Beiräte für Partizipation. Dabei wurde deutlich, dass das PartMigG ein wichtiger Meilenstein ist, um die Anliegen und Perspektiven von Menschen mit Migrationsgeschichte stärker in Verwaltung und Politik einzubringen und neue Formen der Beteiligung zu ermöglichen. Gleichzeitig zeigte sich, dass viele Menschen die bestehenden Beteiligungsangebote noch nicht ausreichend kennen oder deren praktische Wirkung im Alltag bisher nur begrenzt erfahren.
Daraus ergibt sich die Aufgabe, Zugänge zu Beteiligungsformaten weiter zu erleichtern, Informationen verständlich zu vermitteln und Beteiligungsmöglichkeiten langfristig zu stärken.
Fazit: Beteiligung stärken – Perspektiven weiterentwickeln
Die Diskussionen des ersten Veranstaltungstages führten zu einer differenzierten Einschätzung:
Das Partizipations- und Migrationsgesetz eröffnet neue Wege zur Beteiligung und stellt einen wichtigen Schritt hin zu mehr Mitwirkung und Sichtbarkeit dar. Gleichzeitig wurde deutlich, dass politische Teilhabe ein fortlaufender Prozess ist und weiterentwickelt werden muss.
Eine zentrale Erkenntnis des Tages war daher:
Beteiligungsformate sind wichtig – langfristig bleibt jedoch das Wahlrecht ein zentrales Ziel für umfassende politische Teilhabe.
Gerade für Menschen, deren Stimmen bislang weniger gehört werden, kann das Wahlrecht ein entscheidendes Instrument sein, um ihre Perspektiven dauerhaft in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.
Ausblick: Themen werden ins Fachgespräch getragen
Die im Verlauf des Tages gesammelten Themen, Erfahrungen und Anliegen werden nicht nur dokumentiert, sondern weitergeführt. Sie bilden die Grundlage für die Folgeveranstaltung am 25.04.2026, bei der sie im Rahmen eines Fachgesprächs mit Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung aufgegriffen und gemeinsam diskutiert werden.
Ziel ist es, die Perspektiven der Teilnehmenden direkt in den Dialog mit Entscheidungsträger*innen einzubringen und konkrete Impulse für zukünftige Entwicklungen zu setzen.
Der erste Veranstaltungstag machte damit deutlich:
Politische Teilhabe endet nicht mit der Diskussion – sie lebt vom kontinuierlichen Dialog und gemeinsamer Weiterentwicklung.

