*English below
Der zweite Tag der Veranstaltung widmete sich der Frage:
Wie können Frauen mit Migrationsgeschichte ihren politischen Willen durch kulturelle Praktiken ausdrücken?
Wir begannen den Tag mit einem Seminar von Melina, die ihren Weg als politisch aktive Künstlerin teilte. Sie stellte die Linolschnitt-Technik vor, die sie erstmals in Mexiko kennengelernt hat und die sie als kraftvolles Mittel zur Erstellung politischer Plakate und zum Ausdruck politischer Botschaften inspiriert hat. Nach ihrem Umzug nach Berlin wurde sie Teil von Frauen Machen Druck, wo sie ihre künstlerische und politische Praxis weiterentwickelt. Außerdem präsentierte sie eine Auswahl ihrer im Linoldruck entstandenen Arbeiten. Die Teilnehmerinnen waren eingeladen, die Technik selbst auszuprobieren und sich direkt mit dieser praktischen Ausdrucksform auseinanderzusetzen.
Am Nachmittag besuchten wir Colorama, ein unabhängiges Risographie-Druckstudio und Publishing-Space in Berlin, das mit Künstlerinnen und Communities durch Workshops, Publikationen und kollektive Druckpraktiken arbeitet. Dort konnten die Teilnehmerinnen den Risodruck kennenlernen und entwickelten, in drei Gruppen aufgeteilt, eigene politische Plakate. Die gewählten Themen waren unter anderem das Bezahlkartensystem, das Tragen eines Hijabs am Arbeitsplatz sowie Patriarchat und weibliche Identitäten. Jede Gruppe setzte sich kreativ mit ihrem Thema auseinander und übersetzte komplexe politische Inhalte in visuelle Formen, während sie gleichzeitig den Prozess des Risodrucks erlernte.
Im Laufe des Tages reflektierten wir die Bedeutung alternativer Formen politischer Ausdrucksweisen. Für viele Frauen mit Migrationsgeschichte ist politische Teilhabe oft herausfordernd – sei es durch Sprachbarrieren oder unausgesprochene gesellschaftliche Normen darüber, wie man sich „richtig“ politisch äußert. Kreative Methoden wie Drucktechniken können hier zugänglichere und stärkende Wege bieten, politische Perspektiven auszudrücken.
Tag 2 zeigte eindrücklich, wie Kunst als Brücke wirken kann – indem sie Stimmen hörbar macht, die sprachliche Grenzen überwinden, und neue Möglichkeiten der Teilhabe eröffnet.
*ENG*
The second day of the event focused on the question:
How can women with a migration background express their political will through cultural practices?
We began the day with a seminar by Melina, who shared her journey as a politically active artist. She introduced the lino-cut technique, which she first encountered in Mexico and was inspired by as a powerful means of creating political posters and expressing political messages. After moving to Berlin, she became involved with Frauen Machen Druck, where she continues to develop her artistic and political practice. She also presented a selection of works created through lino printing. Participants were invited to try the technique themselves, engaging directly with this hands-on form of expression.
In the afternoon, we visited Colorama, a Berlin-based independent risograph printing studio and publishing space that works with artists and communities through workshops, publications, and collective printing practices. There, participants explored risograph printing and, divided into three groups, developed their own political posters. The themes they chose included the Bezahlkarte system, wearing a hijab in the workplace, and patriarchy and women’s identities. Each group approached their topic creatively, translating complex political concerns into visual form while learning the process of riso printing.
Throughout the day, we reflected on the importance of alternative forms of political expression. For many women with migration backgrounds, participating in political discourse can be challenging due to language barriers and unspoken social norms about how to “properly” raise one’s voice. Creative methods such as printmaking can offer more accessible and empowering ways to express political perspectives.
Day 2 highlighted how art can function as a bridge — enabling voices to be heard beyond linguistic limitations and opening up new possibilities for participation.













(DE) „Wege zu Stimme und Teilhabe“ ist eine gemeinsame dreiteilige Veranstaltungsreihe der Projekte W-STAR und EMV-LII.
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.
(EN) “Paths to Voice and Participation” is a joint three-part event series organized by the W-STAR and EMV-LII projects.
Funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the European Education and Culture Executive Agency (EACEA). Neither the European Union nor EACEA can be held responsible for them.

